1935 wurden in Deutschland die Nürnberger Rassengesetze verabschiedet
und später auf alle von den Deutschen besetzten Gebieten angewendet.
Zum ersten Mal in der Geschichte wurden Juden nicht wegen ihrer Religion
und der Ausübung ihres Glaubens verfolgt, sondern wegen ihrer sogenannten
Rassenzugehörigkeit, die unwiderruflich durch das Blut ihrer Großeltern
übertragen wurde.
Nach diesen Rassengesetzen waren meine Urgroßeltern väterlicherseits jüdisch (sie waren Österreicher, aber sie übten die jüdische Religion aus). Ihr Sohn (mein Großvater) war auch Jude (obgleich als er katholisch wurde und eine Nichtjüdin heiratete) und sein Sohn (mein Vater) war ein Mischling ersten Grades (hier klicken um das Dokument zu sehen (13kb)). Ein Mischling ersten Grades bedeutete, dass man ein Halbjude war. Mein
Vater heiratete später eine
Wenn mein erwachsener Bruder und meine Schwestern in jener Zeit geheiratet hätten und ihre Eltern keine jüdische Abstammmung gehabt hätten, dann wären ihre Nachkommen deutschblütig gewesen; das bedeutet, dass sie nicht nach den Rassengesetzen verfolgt worden wären. Wenn mein Vater, der Mischling ersten Grades war (hier klicken um das Bild zu sehen (26kb)), eine Frau, die jüdische Eltern hatte, geheiratete hätte, dann wären seine Nachkommen als Juden betrachtet worden, selbst wenn sie ihre Religion geändert hätten. (Übersetzt von Simon, Jg.12, Anna-Essinger-Gymnasium Ulm, Germany ) Lotte Evans |
Lotte hat weitere Geschichten über ihre Kindheit geschrieben :